Die Prolist ist ein gratis Werkzeug um eine Sprache innerhalb weniger Wochen einsetzen zu können.

Als ich in der Highschool anfing Fremdsprachen zu lernen, habe ich diese Methode verwendet, und sie hat mir bisher gute Dienste geleistet, selbst wenn ich keine zusätzlichen Ressourcen zur Verfügung hatte (z.B. Express-Marwari-Lernen während einer Busfahrt in Rajasthan). Probiers einfach aus und sieh was passiert.

“L1”: deine Muttersprache.

“L2”: die Sprache die du lernen willst.

  1. Drucke die prolist einseitig aus
  2. Fülle L2 neben L1 aus.
    Erwarte keine Ein-Wort Übersetzungen für L1, versuche eher einen Weg zu finden die Bedeutung des Wortes auszudrücken. Manchmal gibt es auch einfach keine direkten Übersetzungen, oder es gibt mehrere Möglichkeiten zur Übersetzung eines einzigen Wortes. Wichtig: verwende nicht Google Translate. Ich empfehle die Übersetzungen über  tatoeba.org oder Sprachspezifische Phrasen-Datenbanken zu finden. 10% der Übersetzungen die du in der Prolist einfügen wirst, sind vermutlich inkorrekt. Das ist okay, du lernst beim Verwenden der Sprache dazu und kannst die Liste ausbessern.
  3. Verwende L2 so viel wie möglich
    Das sollte eigentlich der allererste Schritt sein. Eine Sprache einzusetzen ist der beste Weg sie zu lernen und dich selbst zu motivieren. Wenn du dir nicht sicher bist wie du etwas ausdrücken sollst, sieh einfach auf der Prolist nach (trage sie immer mit dir rum). Wenn du ein Wort brauchst, dass sich nicht auf der Prolist befinden, finde trotzdem eine Übersetzung und füge es hinzu.

    • Wenn du jemanden kennst der L2 spricht: einen Freund, einen Laden-Besitzer oder einfach jemand anderen der die Sprache gerade lernt – sprich mit ihnen. “Mehr” ist besser als “korrekt”. Merk dir für den Anfang einfach die Phrasen “Das verstehe ich nicht.” und “Kannst du bitte langsamer sprechen.”, für den Fall, dass du sie brauchst.
    • Oder du findest einfach Leute mit denen du über Skype üben kannst. Probiere italki.com.
    • Gewöhne dir an mit dir selbst in L2 zu sprechen. Wenn du einkaufen fährst, sag “Ich fahre einkaufen.”. Singe Lieder mit den Worten die du schon kennst.
    • Übersetze in deinem Kopf was du im Alltag siehst “Dieser Mann sitzt mit einem Brot im Park, aber er scheint nicht glücklich zu sein.”
    • Wenn dich jemand anschreit “Du bist viel zu faul und hörst mir nie zu!”, übersetze das zu L2. Alles wird zur Übung.

ZUSAMMENGEFASSTE VERSION:

Der Kern der Prolist. Du kannst diesen Satzbau in einem Tag lernen und es gibt viele nützliche Wege ihn einzusetzen:

###German Condensed photo

Hier ein Foto meiner englisch-türkisch Prolist die ich einst ausgefüllt habe. Leider fehlen die zweite und die vierte Seite:

Seite 1 – Ich habe mehrere Möglichkeiten für das Wort “sehen” in türkisch hinzugefügt

Seite 2 – Für Verb-Formen/Ausnahmen/Regeln verwende ich normalerweise ein separates Blatt. Versuche es so stark wie möglich zu vereinfachen und dann übertrage es auf die Rückseite von Seite 1. Hierbei gibt es keine falsche Methode, ich verwende meine eigenen kleinen Symbole.

###German stuff on back part

 

Seite 3 – hier habe ich “mehr/meiste” hinzugefügt, da ich das Gefühl hatte ich würde diese Worte später brauchen.

Wortgruppen (2. Seite): „Kleidung, Farben, Zahlen, Zeitangaben/Wochentage/Datum, Wetter“ werden auf der Rückseite der anderen Seiten in kleinen Kästchen aufgelistet. Markiere die Wortgruppe auf der Vorderseite als erledigt.

Zuletzt die Phrasen – “Das verstehe ich nicht.” und “Kannst du bitte langsamer sprechen.” sind gute Phrasen die du bald brauchen wirst um L2 einzusetzen. Der Extra-Platz am Blatt kann verwendet werden um hinzuzufügen was auch immer du brauchst.

HAB SPASS AN DER SACHE, VERGISS DAS ERGEBNIS:

Ziel ist es, dass das der Einsatz deiner vorhandenen L2 Sprachkenntnisse mehr Spaß macht als die Fantasy das du die Sprache fließend beherrscht (dabei handelt es sich um ein schnelles Hoch, das schnell abstürzt). Einfach nur in Fantasien zu schwelgen wird dich nicht weit bringen. Eine Fremdsprache zu sprechen ist wie eine Zauberformel zu kennen, selbst die einfachsten Phrasen machen Spaß wenn man sie einsetzt.

Sagen wir du spielst in deiner Freizeit gerne Computerspiele. Wenn du am Anfang des Spiels lernst “drücke x um zu springen…” tust du es danach nicht nur das eine Mal, du springst die ganze Zeit, wann immer du es brauchst. Es ermutigt dich mehr zu lernen, um im Spiel weiter zu kommen.

Verwende die Worte die du bereits kennst, selbst wenn der daraus gebildete Satz lächerlich klingt. Wenn die einzigen Worte die du kennst “Ich”, “Wasser” und “bin” sind, sage “Ich bin Wasser” und stelle dir vor wie du dich in einen Fluss verwandelst. Wenn du das Wort “Katze” kennst, aber noch keine Worte für Speisen, sage “Ich will deine Katze essen.”.

DIE RICHTIGE REIHENFOLGE:

Versuche zuerst deine Ideen in L2 auszudrücken und recherchiere danach die Wörter die dir dazu noch fehlen. Es ist verlockend es anders herum zu tun: decke L2 mit deiner Hand ab, teste dein Wissen, und lerne auswendig was du noch nicht kannst. Diese Technik ist vergleichbar mit einem Baby das eine Anleitung zum gehen anstarrt und es nicht einfach versucht. Spring lieber gleich zum lustigen Teil.

Ähnlich zum oben genannten ist es nicht so wichtig, dass du sofort die richtige Aussprache beherrscht. Lerne die Aussprache lieber Wort für Wort, für jene Sätze die du gerade brauchst. Forvo.com ist dabei eine große Hilfe.

MERKTECHNIKEN

Die beste Merktechnik ist es die Sprache einzusetzen. Alle anderen Methoden sind Krücken um L2 im Gedächtnis zu behalten bis du es so bald wie möglich einsetzen kannst.

Die Beste “Gedächtnis-Krücke” die ich für Problem-Wörter einsetze sind Eselsbrücken: Verbinde den Klang von L2 mit L1 zu seiner Bedeutung, dann stell es dir an einem speziellen Ort vor.

Sagen wir du vergisst ständig das malayische Wort für “schwierig”, sukar.

  1. “sukar” klingt wie Zucker. Stell dir Sisyphus vor, wie er sich anstrengt einen riesigen Zuckerwürfel einen Berg hinauf zu schieben.
  2. Platziere dieses Bild an einem bestimmten Ort. Er schiebt den Zuckerwürfel die Stiegen in deinem Haus hinauf.

Es ist schwierig einen Zuckerwürfel die Stiegen hoch zu schieben.

 

Das ist vielleicht mehr Arbeit, aber du wirst dir die Worte einfach viel besser merken. Wenn ich damit anfange eine neue Sprache zu lernen, markiere ich manchmal die Problem-Wörter auf meiner Prolist, setze mich in ein Cafe, denke mir Eselsbrücken für jedes der Wörter aus und platziere sie im Raum des Cafes – jemand schläft auf dem Tisch, jemand blockiert den Ausgang. Ich vergesse diese Worte niemals – vorausgesetzt ich verwende sie anschließend im realen Kontext.

Das wars auch schon.